Erfahren Sie im Gespräch mit Oliver Roth, wie ihn sein beruflicher Weg in den technischen Brandschutz führte, weshalb Sprinkler- und Gaslöschanlagen eine zentrale Rolle für den Schutz von Menschen, Sachwerten und betriebskritischen Prozessen spielen und worauf Betreiberinnen und Betreiber achten sollten, damit Löschanlagen im Ereignisfall zuverlässig funktionieren.
Vor knapp 15 Jahren führte mich mein beruflicher Weg als Quereinsteiger in die Welt des technischen Brandschutzes – in den Bereich der Löschanlagen. In meiner Tätigkeit als Projektleiter sowie später als Team- und Abteilungsleiter in ausführenden Unternehmen hat mich dieses Fachgebiet stets fasziniert. Insbesondere die Tatsache, dass Sprinkler- und Gaslöschanlagen moderne Technik, regulatorische Anforderungen sowie den Schutz von Menschen, Sachwerten und betriebskritischen Prozessen in einem Gewerk vereinen, macht den technischen Brandschutz für mich zu einem besonders spannenden und vielseitigen Tätigkeitsfeld. Zudem erhalte ich in meiner Inspektionstätigkeit Einblicke in nicht alltägliche Gebäude und Prozesse. Das macht den Alltag abwechslungsreich, spannend und lehrreich.
Im Gegensatz zu Sprinkleranlagen werden Gaslöschanlagen in der Schweiz überwiegend als freiwillige Massnahme zum Schutz besonders wertvoller Sachgüter oder sensibler Bereiche wie Serverräume, Elektroverteilungen, Leitstände oder Archive eingesetzt. Daher werden Gaslöschanlagen meist keinen periodischen Kontrollen durch akkreditierte Stellen unterzogen. Das Personengefährdungspotenzial von Gaslöschanlagen ist jedoch nicht zu unterschätzen, da die Löschwirkung je nach System auf dem Prinzip der Sauerstoffverdrängung basiert und dadurch Risiken für Personen im Schutzbereich entstehen können (Erstickungsgefahr).
Sprinkleranlagen hingegen werden aufgrund der geltenden VKF-Brandschutzvorschriften im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens behördlich gefordert. Dies hat zur Folge, dass die Inspektionstätigkeit im Rahmen der behördlichen Auflage der Anlage periodisch gefordert ist.
Meine Erfahrung zeigt, dass Mängel deutlich besser angenommen werden, wenn der dahinterstehende Sicherheitsgedanke verständlich erläutert wird. Anstatt lediglich auf eine Abweichung hinzuweisen, ist es wichtig aufzuzeigen, welche Auswirkungen ein Mangel auf die Schutzwirkung der Anlage haben kann.
In der Regel sind das Fremdgegenstände, die an Sprinklerleitungen befestigt werden. Der Klassiker sind Leuchten, Schilder und Elektrokabel. Auch Nutzungsänderungen und überschrittene Lagerhöhen stellen wir regelmässig fest. Solche Mängel können wir bei einem Rundgang oder einer Inspektion frühzeitig erkennen – noch bevor daraus ein Problem entstehen kann.
Umso wichtiger ist es, dass Betreiberinnen und Betreiber sich aktiv um ihre Löschanlage kümmern. Nur wenn diese einwandfrei gewartet, repariert, kontrolliert und inspiziert wird, kann sie im Ereignisfall ihren Dienst verrichten und im besten Fall Leben retten.
Erfahrung im betreffenden Fachgebiet sowie die Bereitschaft sich ständig weiterzubilden sind unerlässlich für das Tätigkeitsgebiet. Präzision, Neugier und starke Kommunikation-Skills runden das Profil von Inspektorinnen und Inspektoren ab. Da wir innerhalb des Swiss Safety Center Inspektoren Teams auch regen Austausch und ein gutes Miteinander pflegen, ist Teamfähigkeit ein weiteres wichtiges Attribut, welches den Alltag und das Zusammenarbeiten erleichtert.
Oliver RothOliver Roth arbeitet seit Januar 2026 beim Swiss Safety Center im Team Brandschutz und ist als Technischer Inspektor für Sprinkler- und Gaslöschanlagen tätig. |
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