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Interview mit Jeremy Wagner, Spezialist ASGS FA

Erfahren Sie im Gespräch mit Jeremy Wagner, wie er vom Chemie‑ und Pharmatechnologen zum Spezialisten für Notfall‑ und Krisenmanagement sowie Business Continuity Management (BCM) wurde, worauf es bei einem professionellen Notfall‑/Krisenmanagement, BCM und IRM ankommt.

Lieber Jeremy,  seit Oktober 2025 bist Du Teil des Teams Arbeitssicherheit & IRM. Mit welchem Anspruch bist Du gestartet – und wo konntest Du bereits konkrete Impulse setzen? 

Ich bin mit einem einfachen Gedanken gestartet, dass Sicherheit, Risikomanagement (IRM) und Notfall-/Krisenmanagement im Alltag gut zusammenspielen sollen und nicht als einzelne «Schubladen» vor sich hin existieren. Mir ist wichtig, dass wir Risiken früh erkennen, verständlich einordnen und so aufbereiten, dass Führungskräfte und Teams daraus klare Schritte ableiten können. Und genauso wichtig ist, dass wir dranbleiben und Massnahmen konsequent nachverfolgen.

Impuls geben konnte ich vor allem dort, wo wir Dinge zusammenbringen, die im Alltag ohnehin zusammengehören. Zum Beispiel, Gefährdungsbeurteilungen nicht isoliert betrachten, sondern gleich mitdenken, was im Notfall passiert und wer dann was erledigt. Oder Sicherheitsrisiken so in die Management Runden einbringen, dass sie nicht untergehen. Mein Ziel ist dabei immer keine zusätzliche Bürokratie, sondern Lösungen, die im Betrieb funktionieren und spürbar helfen. 

 

Was hat Dich persönlich motiviert, Dich vom Chemie und Pharmatechnologen mit Ausbildungsverantwortung hin zum Spezialisten für Notfall-  und Krisenmanagement sowie Business Continuity Management (BCM) zu entwickeln?

Viele Jahre Produktion prägen, das war bei mir nicht anders. Dort merkt man schnell. dass Sicherheit nicht nur ein Regelwerk ist, sondern etwas ganz Praktisches. Man kennt viele Gefahren, aber man erlebt auch, wie schnell sich kleine Dinge gegenseitig aufschaukeln können. Gerade in der Chemie- und Pharmaproduktion habe ich oft gesehen, wenn etwas aus dem Ruder läuft, entsteht daraus selten nur «ein» Problem, da hängt meist vieles zusammen.

Darum hat mich der Schritt ins Notfall-  und Krisenmanagement und ins Business Continuity Management (BCM), also die Sicherung der wichtigsten Abläufe, besonders gereizt. Mich treibt die Frage an: Wie bleibt ein Unternehmen handlungsfähig, wenn es wirklich darauf ankommt? Spannend finde ich dabei das Zusammenspiel aus Technik, Organisation und Menschen. Denn am Ende müssen unter Druck klare Entscheidungen getroffen werden und genau darauf sollte man vorbereitet sein.

 

Wie sorgen professionelles Notfall- /Krisenmanagement, BCM und IRM dafür, dass Sicherheit und Handlungsfähigkeit in Unternehmen jederzeit gewährleistet bleiben? 

Ich erkläre es gerne so: Das integrierte Risikomanagement (IRM) ist das «Dach», das alles verbindet. Es sorgt dafür, dass wir Risiken rechtzeitig sehen, Prioritäten setzen und merken, wenn sich etwas zuspitzt. Wenn dann tatsächlich etwas passiert, übernimmt das Notfall-  und Krisenmanagement die Führung und Koordination. Und das reine, ursprüngliche BCM hilft dabei, dass die wichtigsten Prozesse weiterlaufen oder schnell wieder anlaufen.

Mir ist dabei wichtig, dass Rollen und Abläufe nicht nur schön beschrieben sind, sondern im Ernstfall wirklich greifen. Darum arbeiten wir mit klaren Szenarien, verständlichen Checklisten und Übungen, die so nah wie möglich an der Realität sind. So entsteht Sicherheit im Handeln, auch wenn es schnell geht und viele Dinge gleichzeitig passieren. Für mich ist das ein zentraler Teil von «Krisenfähigkeit».

 

Was zeichnet Dich in Deinem Fachbereich besonders aus – und wie profitieren Unternehmen konkret von Deiner Arbeitsweise?

Ich schaue gern aufs Ganze – Arbeitssicherheit, Risiken und Krisenfähigkeit gehören für mich zusammen. Wenn aus einer Analyse am Ende niemand weiss, was zu tun ist, hilft sie wenig. Darum übersetze ich komplexe Themen so, dass Management, Führungskräfte und Teams daraus konkrete Entscheidungen und nächste Schritte ableiten können.

Ganz konkret profitieren Unternehmen davon, weil meine Lösungen:

  • in bestehende Abläufe passen, ohne dass wir alles neu erfinden müssen,
  • helfen, die wichtigsten Themen zuerst anzupacken, statt alles parallel «irgendwie» zu machen,
  • und am Ende den Unterschied im Alltag machen, weil klar ist, wer was bis wann umsetzt.

Am Ende geht es mir darum, dass Risiken nicht nur «irgendwo stehen», sondern dass man sie wirklich versteht und dass wir rechtzeitig die richtigen Entscheidungen treffen, bevor es kritisch wird.

 

Aktuell bist Du in verschiedenen Bereichen tätig und möchtest den Fachbereich Notfall- /Krisenmanagement und BCM weiter ausbauen. Wo siehst Du hier das grösste Potenzial?

Das grösste Potenzial sehe ich darin, Notfall- und Krisenmanagement sowie BCM noch stärker mit dem unternehmensweiten Risikomanagement zu verbinden. In vielen Organisationen gibt es bereits gute Bausteine, aber sie sind oft nicht nah genug an den täglichen Entscheidungen und Prioritäten.

Am meisten bringt es, wenn wir ein gemeinsames Bild schaffen. Was sind die wichtigsten Risiken, was würde es im Ernstfall bedeuten und was tun wir konkret dagegen? Wenn technische Analysen, Krisenkommunikation, BCM, Top-Level Risiken und operationelles Risikomanagement zusammenspielen, werden Prioritäten klarer und Entscheidungen einfacher. Das macht ein Unternehmen insgesamt spürbar robuster. An genau diesem Ansatz arbeite ich weiter aus vollster Überzeugung.


Lieber Jeremy, vielen Dank für das Gespräch.

 

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Jeremy Wagner

Jeremy Wagner arbeitet seit seit Oktober 2025 beim Swiss Safety Center im Team ASGS/IRM und ist als Spezialist ASGS FA tätig.

Jeremy.Wagner@safetycenter.ch